Chronik - Freiwillige Feuerwehr Stadtprozelten

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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Stadtprozelten

Eine Chronik der Feuerwehr hat es bereits mit der Fertigung einer Feuerlöschordnung der Gemeinde Stadtprozelten begonnen. Diese Feuerlöschverordnung umfaßte 19 Punkte und wurde am 16. Mai 1858 verfaßt und in der damaligen Schreibweise niedergeschrieben.

Die original geschriebene Feuerlöschordnung befindet sich heute im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr bzw. der Stadt.

Dieses Schriftstück hat man auf ein Brett aufgezogen mit einem Rahmen versehen und unter Glas genommen. Das in diesem noch sehr gutem Zustand befindliche Dokument, kann im Erdgeschoß des Rathauses besichtigt und im Original oder Maschinenschrift gelesen werden.

Auch kann die in der damaligen Zeit noch einsatzfähige kleine Spritze, unter weiteren vorhandenen alten Feuerlöschgeräten bestaunt werden. Die damalige bestandene Feuerwehr, war eigentlich eine Bürgerwehr, im Sinne einer heute denkbaren, aber hoffentlich nicht notwendigen Pflichtfeuerwehr.

Feuerlöschordnung der Gemeinde Stadtprozelten von 1858

1. Gemeindevorsteher und Polizeidiener begeben sich bei dem Ausbruch eines Feuers auf das Rathaus, läuten die Sturmglocke, sorgen für die Öffnung des Spritzenbehälters, sowie für die erforderliche Sicherheit und geben auf die einlaufenden Anfragen Bescheid.

2. Johann Michael Zoltner, Karl Büttner, Carl Höhlein, Anton Bender, Peter Anton Herberich, Thomas Fuchs, Franz Josef Rosbach und Anton Oetzel haben zur Aufbewahrung der Effekten sichere Plätze zu bestimmen und für die Ausräumung der Häuser, die der Feuergefahr ausgesetzt sind, zu sorgen.

3. Theodor Ulrich, Johann Müller, Walter Herberich, Ignatz Kraus, Siegmund Firmbach und Georg Anton Umscheid begeben sich zu den Feuereimern, zählen dieselben aus und sorgen wieder für die Einlieferung.

4. Wilheim Kunz und Franz Anton Müller haben sich mit den Spritzenmeistern zur Feuerspritze zu begeben und das Nöthige anzuordnen.

5. Johann Keller, Theodor Firmbach, Leo Reinwald, Ignatz Kraus, Edmund Herberich und Adam Simon haben für die Herbeischaffung des Wassers zu sorgen und die Wasserlanger in ordentliche Reihen zu bringen.

6. Spritzenmeister Joseph Zahn, dem der Nagelschmiedemeister Julius Störmer beigegeben wird, hat bei dem ersten Feuerlärm mit dem Schlüssel zum Spritzenbehälter zu eilen und die ihm zugetheilten Bürger anzuweisen, daß sie die erforderlichen Löschrequisiten zur Brandstätte bringen. Bei dem Löschen hat derselbe die große Spritze zu leiten.

7. Joseph Fecher ist mit Joseph Störmer zu der kleinen Spritze bestimmt und haben die vorstehende Anordnung Ziffer 6 zu befolgen.

8. Anselm Nebauer, Johann Weis, Joseph Zimmermann, Michael Störmer, Joseph Rauch, Sebastian Burk, Ludwig Klett, Peter Anton Brand ju, Theodor Fuchs, Oswald Diflö, Karl Erkrat, Johann Stahl, Michael Geist, Joh. Michael Rosbach, Karl Brand ju, Jakob Würth, Fritz Wetzelberger, Joseph Anton Hausner, Johann Grasmann und Anton Lehmann selben schleunigst nach der Spritze eilen und haben die Anordnung der Spritzenmeister genau zu befolgen.

9. Gustav Herberich, Friedrich Kurz, Peter Joseph Kelbrin, Christoph Götz, Rudolf Reiwald, Michael Joseph Fuchs und Wilhelm Etzel werden dem Spritzenmeister Joseph Fecher beigeben und das Nöthige bei der kleine Spritze zu besorgen.

10. Barthel Ripberger, Daniel Grasmann, Ewald Hörnig, Theodor Rosbach, Emil Ullrich, August Müller und Bernhard Müller verfügen sich zu den Feuerleitern, bringen die selben auf die Brandstelle und suchen sie dan nach Umständen zu gebrauchen.

11. Sämtliche Zimmerleute eilen mit den Feuergeräten der Brandstätte zu, und benutzen solche nach der Vorschrift, die ihnen erteilt wird.

12. Der jeweilige Wundarzt hat sich in der Brandstätte eingefunden, um allenfalls beschädigt werdenden ärztliche Hilfe zu bieten.

13. Feuerwehrläuten sind: August Häusner, Edward Herberich nach Faulbach, Joseph Brand, Metzler Reinwald nach Breitenbrunn, Ferd. Reinwald nach Neuenbuch, August Hausmann, Clemwns Stahl, Franz Herberich nach Dorfprozelten. Diese haben sich zu dem Gemeindevorsteher zu begeben und zur Hilfe zu rufen.

14. Die Bewohner des Hospitalpfündergebäudes und die Bewohner des Hirtenhauses haben sich in die Kirche zu verfügen, um Sturm läuten zu helfen.

15. Sämtliche Maurer mit ihren Gesellen begeben sich mit mit ihren Werkzeugen zur Brandstätte, wo sich ihre Verrichtungen nach Umständen ergeben werden. Ebenso die Zimmerleute.

16. Alle Einwohner, welche durch Lokalfeuerverordnung keine bestimmte Verrichtungen haben, sollen mit ihren eigenen Wassergefäßen zum Brandorte eilen. Die dem Rathaus zunächsten wohnenden Leute sind noch besonders verbunden, die Feuereimer an die Brandstätte zu bringen.

17. Wer den Ausbruch des Feuers endeckt und Feuerlärm macht, soll das brennende Gebäude benennen.

18. Man hegt das Zutrauen zu sämtlichen Bewohnern des Städtchens, daß sie die angewiesenen Verrichtungen willig übernehmen und sich zu jeder ergebenden Arbeit ohne Widerrede wieder anweisen lassen, doch daß Sie die Feuereimer schonen.

19. Die Nachtwächter haben nach der höchsten Verordnung den größten Theil der Stunden auf der Straße zuzubringen, bei den mindesten Bemerkungen eines Rauches oder Brandgeruches der Entstehung nachzuspüren und wenn sie etwas feuerverdächtiges merken, eingesäumt den Eigenthümern des Gebäudes hiervon in Kentniß zu setzen.

Gefertigt Stadtprozelten 16. Mai 1858

(Bei einer Auflistung bedeutender Dokumente sowie Urkunden, im Archiv des Rathauses in Stadtprozelten befindet sich auch noch eine Feuerverordnung aus dem Jahre 1626.)

im original Wortlaut )

Durch den im Jahre 1869 bei Zimmermeister Edmund Schreck daher ausgebrochenen Kaminbrand, und durch die zuströmenden Zuschauer und Nichtarbeitenden, wodurch leicht ein größerer Brand hätte entstehen können, sahen sich mehrere hiesige Bürger und junge Leute veranlaßt zu einer Besprechung zusammen zu kommen, zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr. Diese Besprechung zufolge erschienen einige Tage nach dem erwähnten Kaminbrand im Gasthaus Adler dahier, bereits sämtliche hier wohnenden Kgl. Herrn Beamten, sowie eine größere Anzahl von hiesigen Bürgern und jungen Leuten. Diese Angelegenheit zu Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr wurde von den Anwesenden als sehr notwendig und dringene anempfohlen und deßhalb eine Comitee debildet, bestehend aus den nachstehenden Herren:

1. Kgl. Notar W. Schirrlinger
2. Kgl. Landsg. Assessor E. Bauernschubert
3. Kgl. Pfarrer Sepold
4. Kgl. Forstassestent W. Mantel
5. Kgl Hospitalverwalter Diem

Dieses Comitee unter dem Vorsitz des Kgl. Notars Herrn Schirrlinger gelang es, durch freiwillige Beiträge von den hier wohnenden Kgl. Herrn Beamten und hiesigen Bürgern sowie Mittel beizubringen und die nöthigsten Requisiten anschaffen zu können. Als dies geschehen, wurden sämtliche, welche sich zur Freiwilligen Feuerwehr angemeldet hatten zusammengerufen, und unter dem Vorsitze des Comitees, sowie des hierzu derufenen Fachmanns W. Prokopf von Wertheim ausgemustert und in die verschiedenen Abteilungen eingewiesen. Nach demselben schritt man zur Wahl des Verwaltungsrates resp.: Chargen und es ergab das Resultat wie folgt aus nachstehenden Herrn:

1. Vorstand Kgl. Notar Schirrlinger
2. Comandant, Kgl. Asses. Bauernschubert
3. Steigerhauptmann Tünchnermeister Kl. Stahl
4. Spritzenhauptmann Kiefermeister Joseph Rauch
5. Steigerrottmann Steinmetz Franz Nebauer
6. Spritzenmann Metzgermeister Oswald Diflö
7. Zeugmeister Nagelschmied Julius Störmer
8. Spritzenmeister Schlossermeister E. Zahn
Als Instruktions-Offizier resp. Fachmann, wurde Herr W. Prokopf Buchbinder in Wertheim dazu beordert, welcher sie Mannschaft einexerzierte. Die Übungen gingen flott von statten und deshalb konnte die Freiwillige Feuerwehr schon am 1-1869 in den Landesverband der baierischen Feuerwehren aufgenommen werden, feierte deßhalb im Mai 1870 ihr Gründungsfest.

Weitere Begebenheiten sind in den einzelnen, verschiedenen Protokollen und Jahresberichten, sowie sämtliche Gründer der Freiwilligen Feuerwehr in der angelegten Stammrolle ersichtlich.


Gründungsmitglieder

Herr Bauernschubert Emil

kgl. Assessor

Herr Rauch Joseph

Kiefermeister

Herr Diflö Oswald

Metzgermeister

Herr Störmer Julius

Nagelschmied

Herr Fuchs Fritz

Bäcker

Herr Brand Josef  

Tünchner

Herr Roth Edmund

Fischer

Herr Rosbach Karl sen.

Waldschütz

Herr Fuchs Michael-Joseph

Bäcker

Herr Hummel Franz Joseph

Glaser

Herr Ötzel Theodor

Steinhauer

Herr Herberich Franz

Schuhmacher

Herr Knüß Franz

Schneider

Herr Dietz Johann

Kaminkehrer

Herr Kleinfelder Karl Joseph

Bäcker

Herr Nebauer Eduard

Taglöhner

Herr Seus Leo

Bierbrauer

Herr Stahl Klemens

Tünchner

Herr Nebauer Franz

Tünchner

Herr Rupp Anselm

Tagschreiber

Herr Zahn Emrich

Schlosser

Herr Grehn Richard

Schieferdecker

Herr Umscheid Sigmund

Steinhauer

Herr Rosbach Karl

Metzger

Herr Herberich Theo

Schuhmacher

Herr Metzler Josef

Schuhmacher

Herr Herberich Edmund

Schuhmacher

Herr Herberich Wilhelm

Schuhmacher

Herr Wetzelsberger Franz

Schiffbauer

Herr Stahl Erhard

Bäcker

Herr Motzel Vitalis

Schiffbauer

Herr Götz Christoph

Sattler

Herr Hörnig Elias  

Drechsler

Herr Fecher Heinrich  

Bäcker

Original Feuerlöschordnung von 1858 links
Original Feuerlöschordnung von 18     rechts
(bei uns im Feuerwehrmuseum ausgestellt)

 
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